Donnerstag, 11. Juni 2015

Forta Rock - oder holländische Festivals!

Holländisch ist wie Deutsch auf Lustig. Man kann die Holländer manchmal sogar besser verstehen als die Bayern. Das mit dem Lesen hat sich dann doch als schwieriger als gedacht herausgestellt.

Slipknot haben wir schonmal für die Ring Besucher gespoilert.
Das Forta Rock startete dieses Jahr in die 7. Runde mit Rund 15.000 Besuchern. Es gilt als Geheimtipp der Metalfestivals. Für wenig Geld große Headliner zu sehen bekommen ist hier der Standard. Die Jahre zuvor gab es von Iron Maiden, Slayer, Arch Enemy oder Rammstein einiges zu sehen, dieses Jahr hatte das Festival „nur“ Slipknot, Papa Roach oder Epica zu bieten, weshalb der Veranstalter die Preise senkte: Und zwar nicht nur für den weiteren Ticketverkauf, sondern rückwirkend für alle bisher verkauften Tickets! Sowas haben Festivalbesucher wohl noch nie erlebt.

Der größte Sprachenschock ereignete sich, als wir eine Woche vor dem Festival feststellten, dass man dort nicht Zelten kann. Das Festival ist zwar dafür bekannt, dass es ein wunderbares Ein-Tages-Festival ist, gerade für Leute, die nicht auf kurze Nächte in überhitzten Zelten stehen, doch dass es gar keine Schlafmöglichkeit vor Ort gibt, war dann doch eine Überraschung. Die Hotels waren ausgebucht, auf den Campingplätzen kein Platz mehr, Übernachten im Auto wird mit hoher Geldstrafe geahndet. Da Nijmegen nicht so weit von Koblenz entfernt ist, haben wir uns also entschlossen, abends wieder heim zu fahren.

Papa Roach in alter Frische!
Die gut ausgeschilderten Parkplätze waren ohne Parkeinweiser zu befahren und der etwa 10-Minütigen Weg zum Goffertpark war bereits mit musikalischer Einlage unterlegt. Da bekommt Straßenmusik eine völlig neue Bedeutung! Auf dem Festivalgelände angekommen verlief der Einlass problemlos. Dann stellten wir fest: Einmal drin, immer drin. Verlassen des Geländes ist nicht mehr möglich. Blöd nur, wenn man seine Sachen im Auto gelassen hat, weil man auf die Ankündigung der begrenzten Spindzahlen doch lieber den Weg nach draußen wagen wollte. Pech gehabt.

Ein überschaubares Gelände mit genügend Fress- und Trinkbuden, untermalt von Shoppingmöglichkeiten mit allem was das Herz begehrt, erstreckte sich nun vor dem Metalfan: Ob Patches, Klamotten, Bandmerch, Piercings, Sonnenbrillen oder sonstigen Dinge die man auf einem Festival erwartet: Hoffentlich hat man an genug Geld gedacht, denn dieses lässt man wohl oder übel hier. Der günstige Ticketpreis von nun mehr 49€ zahlte sich mit den Preisen für Essen und Getränke heim. An Automaten konnte man sogenannte Munten erwerben, die man wiederum zum Bezahlen verwendet hat. Für 40€ gab es 15 Munten. Zum Vergleich: Ein großes Bier kostet 1,5 Munten und unter diesem Preis war auch nichts Essbares zu finden.



Die Niederländer rockten die Bühne.
Die Stimmung bei strahlendem Sonnenschein (angenehmen 20°) fing an zu brodeln, als Leprus und
Carach Angren den Tag eröffneten, gefolgt von Enforcer auf der Main Stage. Die einen erkämpften sich die guten Plätze, um als nächstes Godsmack aus der tobenden Menge zu erleben, die anderen ließen den Tag bei einem kühlen Bier im schattigen Plätzchen anklingen. Nach einer grandiosen Live Performance der amerikanischen Hardrocker folgte auf der Second Stage Dying Fetus: Nackenschmerzen garantiert! Pünktlich besetzten nun Papa Roach die Main Stage. Ein riesen Pogo vor der Bühne sorgte bereits für erschöpfte Gesichter, nicht genug um nach weiteren Interpreten um 18:30 Hatebreed im weiteren Pogo zu folgen. Wer hier heil heraus kam, hat was falsch gemacht! Als mein persönlicher Favorit des Tages und mit Abstand attraktivsten weiblichen Person auf der Bühne (irgendwie auch die Einzige), ging es nun mit Epica und Simone Simons weiter, die den Heimvorteil auf ihrer Seite hatten. Um für Slipknot, den Headliner des Tages, Kräfte zu tanken, hörten wir uns Venom von den gemütlichen Sitzgelegenheiten aus der Ferne an. Spätestens als die maskierten Männer die Bühne rockten, blieb kein Hintern mehr sitzen. Eine grandiose Bühnenshow unter der Begleitung der besten Slipknot Stücke veranlasste einen den schmerzenden Nacken noch einmal zu schwingen.
15.000 Besucher aus den verschiedensten Nationen.
Alles in allem war das Forta Rock eine prima Einstimmung auf die kommende Festivalsaison. Die fehlenden Zeltplätze zerstörten jedoch keineswegs die Festivalatmosphäre. An sich ein sehr angenehmes Publikum, saubere Dixis (vielleicht weil nicht so viel Alkohol konsumiert worden ist, wie wenn man vor Ort hätte schlafen können?), wunderbarer Blick auf die Bühne, hammer Bands, lecker Essen und super Festivaltruppe: Was will man mehr?









Übrigens nimmt mein Beitrag zum Thema Hundefotografie an der Blogparade von Lichtreflexe teil!

Kommentare:

  1. zum forta rock würde ich auch sehr gerne mal, lässt sich für mich aber nur mit einem mehrtägigen aufenthalt in den niederlanden verbinden. dass es ein eigenes bezahlsystem gibt, wusste ich bis jetzt noch nicht, macht das festival für mich aber leider weniger attraktiv

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    1. Hallo Angy!
      Das Festival wird leider etwas teurer, wenn man nicht gerade in der Nähe wohnt und wieder heim kann. Das Bezahlen mit Geld gefällt mir auch wesentlich besser, da man einfach einen Überblick über seine Finanzen hat und nicht immer umrechnen muss. Naja, bald geht's nach Tschechien, da muss man alles in Kronen umdenken, ist vielleicht auch nicht besser als mit Munten oder einen Bonsystem :-D

      Liebe Grüße
      Shay

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  2. das hört sich ja toll an! schöner bericht :)
    und epica live ist echt toll :)

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