Donnerstag, 10. September 2015

Wie frage ich richtig für ein tfp-Shooting an...

Das Thema Anschreiben ist ein ganz Großes. Nicht, weil es so schwierig ist, sondern weil vielen einfach nicht bewusst ist, dass sie durch ihre Anfrage direkt den ersten Eindruck hinterlassen. Dieser kann gerade bei tfp Shootings über ein Ja oder Nein entscheiden.
Nicht nur mir geht es so, in den sozialen Netzwerken, sowie im persönlichen Gespräch mit anderen Fotografen/Models bekomme ich mit, dass einige das Problem mit unzureichenden Anfragen haben. Ich sitze dann wirklich lange an einer Antwort. Zum einen möchte ich es besser vormachen. Zum anderen versuche ich innerhalb einer erneuten Antwort mehr Informationen, die beim ersten Mal gefehlt haben, herauszubekommen.

1. Anrede und Rechtschreibung

Schon bei der Anrede geht es los. Wenn ich ein "hi" bekomme, fühle ich mich nicht so ganz ernst genommen. Ein "Sehr geehrte Frau..." ist mir dann doch wieder zu höflich. Am besten schaut man sich einmal an, wie der Fotograf mit seinen Followern kommuniziert: Ist seine Homepage im Sie-Stil aufgebaut? Spricht er seine Facebook Fans mit einem höflichen Du an?
Was mir ganz wichtig ist: Beim Chatten mit Freunden achte ich nicht auf Groß- oder Kleinschreibung, doch gerade wenn es um "Geschäftliches" geht, lässt eine Anfrage allein optisch eine ganz andere Wirkung zurück. Auch ein Rechtschreibprogramm wird inzwischen bei jedem PC vorhanden sein.

hi,
mein name ist anna . ich habe interese an einem schooting bei ihnen

Hallo,
mein Name ist Anna. Ich habe Interesse an einem Shooting bei Ihnen.



2. Wer bist du und was willst du?

Eine kurze Vorstellung, wer man ist (Hobby- oder Berufsmodel, normale Person, die noch nie vor der Kamera stand, Hochzeitspärchen, Make-up Artist, Cosplayer, Fan..) und was man möchte (Neue Bilder für die Sedcard, Bilder zur Erweiterung des Portfolios, Bilder für den Freund, Hochzeitsfotos, Bilder vom neuem Cosplay, tolle Idee die zum Bildstil des Fotografen passt...).
Wenn diese Informationen schon von Anfang an gegeben sind, spart man sich einige E-Mails.

Ich will schöne Bilder von mir.
Was für Bilder findest du denn schön???

= An sich geht man ja davon aus, dass derjenige, der den Fotografen anfragt, auch angetan ist von der Art der Bilder. Doch manchmal regelt eben auch der Preis die Anfrage. Wenn man kostenlose Bilder bekommen kann, steckt man eben auch mal in der Qualität zurück. Wenn man dann nur unprofessionelle Bilder in der Sedcard hat, wird es schwierig, bei anderen Fotografen zu punkten. Jemand mit Selfies und selbst geschossenen Bildern mit der Brennweite 17mm von der Handykamera, muss schon einen verdammt starken Ausdruck haben, damit ich mich von seiner Modelfähigkeit überzeugen lasse.


3. Die Idee

Damit kommen wir auch schon zur Bildidee. Wenn ich eine Idee oder ein Projekt geplant habe, suche ich mir meine Models selbst und warte nicht, bis mich jemand anfragt. Die Models, die zur Auswahl stehen haben entweder eine aussagekräftige Sedcard oder ich habe bereits einmal mit ihnen zusammen gearbeitet. Manchmal sehe ich auch ein ganz normales Profilbild bei Facebook oder mir läuft ein Mensch in der Stadt über den Weg und ich denke mir: Den will ich vor der Kamera haben! Dann frage ich nach. Wenn aber jemand mich fragt und ich wissen will, was derjenige gerne für Bilder von sich haben möchte:

1. Einfach paar normale Bilder
2. Bin für alles offen
3. Schlag du was vor

Ja da fällt bei mir auch manchmal der Kopf auf die Tischplatte. Diese Aussagen sind vollkommen in Ordnung, wenn es sich um ein Kundenshooting handelt, bei dem der Kunde den Fotografen bezahlt und rein gar keine Erfahrung mitbringt.
Ich habe als Hobbyfotograf, der nebenbei noch Vollzeit arbeiten geht, leider keine Zeit alle Shootinganfragen mit Ja zu beantworten. Für mich ist das ein Hobby und an meinem Hobby will ich Spaß haben. Das bedeutet, dass ich mich schneller überzeugen lasse, wenn ich eine besondere Idee geboten bekomme. Mal ein paar kleine Praxisbeispiele, die ich so von mir selbst oder durch andere Fotografen/Models mitbekommen habe.


1. Ein Hobbyfotograf will unbedingt ein Model mit Honorar mit einem tfp Vertrag vor die Kamera bekommen. Er informiert sich, was das Model gern einmal für Bilder machen möchte und bisher noch nicht hatte. Das Model ist begeisterte Reiterin gewesen und sagt bei dem tfp Angebot für ein Pferdeshooting zu.

2. In einem Gespräch zwischen Model und Fotograf unterhält man sich über die Arbeiten Anderer. Dabei stellt man fest, dass beiden das Bildkonzept einer Fotografin gefällt. Der Fotograf hat Schafe daheim und auch sonst gute Kontakte zu Bauern, sodass das Model sich den Traum von einem Shooting mit nicht ganz alltäglichen Tieren erfüllen kann.

3. Ein Model möchte gerne einmal mit einem Fotografen shooten, der recht teuer ist und dafür bekannt ist, nicht mit jedem zu shooten. Sie bastelt daraufhin ganz außergewöhnliche Headdresses und begeistert den Fotografen so für ein tfp-Shooting.

4. Die Anfrage einer Fotografin an ein Honorar Model ist so nett und die Idee klingt auch sehr gut, dass das Model einfach aus dem Bauchgefühl heraus für ein tfp-Shooting zusagt, obwohl es genug andere, bezahlte Aufträge hat und die Bilder nicht unbedingt benötigt.



4. Referenzen

Wenn ich eine Anfrage für ein tfp-Shooting bekomme, will ich natürlich wissen, welchen Nutzen ich davon habe.
Es ist ja schön und gut, wenn ich nach Referenzen frage und gesagt bekomme: Hatte schon 3 Shootings. Anfangen kann ich damit aber wenig. Statt der Frage was für Shootings und bei wem, ist es doch viel einfacher, schnell die besten Bilder aus den Shootings mitzuschicken. Hier seht ihr einmal ein Beispiel einer Modelsedcard, die Berufsmodels z. B. in ihrer Agentur hinterlegt haben. Bei Castings bringt man unter anderem eine Model Mappe in A4 mit ca. 20 verschiedenen Arbeiten mit.
Fiktive Werte - keine Originalen Angaben!

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