Donnerstag, 1. Oktober 2015

Alles hat seine Zeit


Gedankenwelt

 
Es ist inzwischen Herbst geworden. Eine Jahreszeit, die nach dem Sommer dem Runterkommen dient, zur langsamen Besinnung, auch im Hinblick auf die Weihnachtszeit. Die Luft wird kühler, die Blätter bunt. Ich habe immer das Gefühl, die Welt beginnt im Herbst, sich etwas zu entschleunigen. Ich möchte deswegen eine Art Gedicht vorstellen, das ich demletzt gelesen habe. Es macht bewusst, dass man die Welt nicht an einem Tag erschaffen kann. Alles braucht Zeit. Man sagt das oft, doch wer fühlt es auch? Wer ist sich dessen bewusst und akzeptiert, dass manche Dinge eben langfristige Projekte sind? Und dabei denke ich nicht nur an eine Seminararbeit, Urlaubsplanung oder ein Gemälde.


 

 
Geboren werden hat seine Zeit,
Sterben hat seine Zeit,

Pflanzen hat seine Zeit,
Ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit,
Töten hat seine Zeit,
Heilen hat seine Zeit,
Weinen hat seine Zeit,
Lachen hat seine Zeit,
Klagen hat seine Zeit,
Tanzen hat seine Zeit,
Steine wegwerfen hat seine Zeit,
Steine einsammeln hat seine Zeit,
Herzen hat seine Zeit,
Aufhören zu Herzen hat seine Zeit,
Suchen hat seine Zeit,
Verlieren hat seine Zeit,
Behalten hat seine Zeit,
Wegwerfen hat seine Zeit,
Zerreißen hat seine Zeit,
Zunähen hat seine Zeit,
Schweigen hat seine Zeit,
Reden hat seine Zeit,
Lachen hat seine Zeit,
Hassen hat seine Zeit,
Streit hat seine Zeit,
Friede hat seine Zeit. 


Die Zeit in der Hand Haben?


Ich denke, man kann den Text auf unterschiedliche Weise auffassen. Die erste Möglichkeit ist, dass im Leben jedes Gefühl, jeder Vorgang einmal vorkommt. Alles hat seinen Abschnitt im Leben. Die zweite Möglichkeit ist, dass alles seine Zeit braucht. Möglicherweise sagt der Text auch beides gleichzeitig aus. 

Gerade im Herbst wird mir das bewusst.  


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